

Der erste wahrnehmbare Unterschied zwischen Apps und dem Web ist, dass Apps auf kleineren Bildschirmen stattfinden. Während die Displays von PCs im Büro und Home Office immer größer werden und mittlerweile eine durchschnittliche Auflösung von 1366 x 768 haben, werden Apps auf Smartphones und Tablets mit deutlich kleineren Displays bedient. Was im Web als Vorteil angesehen wird – immer mehr Informationen sind auf Websites darstellbar, ist aus umgekehrter Perspektive der Vorteil von Apps: sie müssen weniger zeigen; weniger Information insgesamt und eine signifikant flachere Navigationshierarchie: aus klicken und navigieren werden swipen und pinchen.
Geschickte App Entwickler ziehen aus dem scheinbaren Nachteil eines kleineren Displays einen Vorteil und bieten ihren Nutzern Apps, die leicht verständlich und bedienbar sind. Diese Apps konzentrieren sich auf das Wesentliche, sie lösen genau ein Problem und das so schnell, dass der Nutzer immer wieder darauf zurückkommt. Ein bestechendes UX Design ist daher der erste grosse Erfolgsfaktor einer mobilen App und jeder App Entwickler sollte maximalen Wert darauf legen. Wenn die Stärken des Developers nicht im UX Design liegen, sollte er sich Unterstützung besorgen. Im Falle einer “kleinen” App bzw. einem geringen Budget raten wir zur Kontaktaufnahme mit Freelance Graphikern, die Erfahrungen im Umgang mit mobile UX Design haben – reine Weberfahrung ist an dieser Stelle nicht ausreichend! Handelt es sich um eine grössere App, sollten mobile Designer bereits in der Konzeptionsphase hinzugezogen werden, da die entscheidenden Fehler bereits im Wireframing vermieden werden können.
Stehen die Wireframes, kann die Graphik hinzukommen. Während in der Wireframing Phase vorrangig Menschen mit Design-Erfahrung bzw. Abstraktionsfähigkeit den Grad der Usability beurteilen können, kann dies mit vollständiger Graphik auch der potentielle Endnutzer. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um genau diesen zu befragen, was er von der App hält. Die App selbst ist momentan in einem Prototyp-Zustand, aber ca. 80% der Entscheidungen über den User Flow sind bereits gefallen und wären nur noch mit hohem Aufwand umstellbar. Zur Erinnerung: Dieser hohe Anteil an bereits “Feststehendem” setzt eine erstklassige UX Arbeit voraus. Sind diese Ressourcen nicht vorhanden, sollte die Nutzerbefragung bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen.
Wie befragt man den Nutzer? Zuallererst muss man den Nutzer kennen, d.h. die Zielgruppe für die App definiert haben. Ist das geschehen, kann man entweder 10-15 Personen aus dem eigenen Bekanntenkreis oder dem Büroumfeld bitten, die App zu testen. Man erstellt einen Fragebogen mit denjenigen Fragen, die man vom Nutzer beantwortet haben möchte. Hier spricht man auch von Use Cases; also typischen Anwendungsfällen für die App. Da eine gute App sowieso auf der Grundlage von Use Cases entwickelt worden sein sollte, müssten die Use Cases bekannt sein. Sind sie das nicht, empfiehlt sich ein Workshop, in dem unterschiedliche potentielle Nutzer nach den möglichen Situationen und Verhaltensweisen gefragt Weden, in denen sie die App nutzen würden.
Die Problematik eines inhouse durchgeführten App Tests besteht zum einen darin, dass nicht der potentielle Nutzer befragt wird, sondern mit der App vertraute Personen, die “within the box” denken, also tendenziell unkritisch dem Produkt gegenüberstehen. Zum anderen impliziert schon die Fragestellung mögliche Antworten; d.h. es will gelernt sein, die richtigen Fragen zu stellen, damit ein Test neutral, zielgerichtet und damit sinnvoll durchgeführt werden kann. Diese Problematik löst man typischerweise mit einem App Test, der extern durchgeführt wird: der App Entwickler beauftragt eine Agentur mit dem Test. Die Agentur hat die Aufgabe, passende Tester zu finden, den passende Testfragen und Use Cases zu definieren, den Test durchzuführen, dessen Ergebnisse in verständlicher Form zu präsentieren und passende Handlungsempfehlungen – sog. Call-to-Action – auszusprechen.
Wie konkret ein solcher Test aussehen kann, stellen wir im nächsten Beitrag: App Check durch die Zielgruppe der Reihe “Erfolgsfaktoren für mobile Apps” vor.

[...] und die positive Reaktion der engen Freunde sind bereits ein gutes Zeichen, entscheidend für den Erfolg der App ist jedoch wie die Masse der Nutzer mit der App zufrieden sein wird. Diese Erfahrung lässt sich zu [...]
Das Problem mit den kleinen Displays kann eine mobile Website lösen. Diese hat im Vergleich mit klassischen Apps viele Vorteile wie zB die Plattformunabhängigkeit.Proctic hat dazu einen Mobile Website Generator erstellt: http://proctic.de/de/business_apps/mobile_website/