

Die App Economy – das Geschäft mit den Apps: welche Umsätze werden mit und über Apps generiert und wer sind die Marktpartner? Über 7 Milliarden US-Dollar werden im Jahr 2010 mit Apps umgesetzt – innerhalb von zwei Jahren soll sich das Geschäft mehr als verdoppeln: mit 17-18 Milliarden US-Dollar Umsatz rechnen die Marktforscher für das Jahr 2012. Damit entstand innerhalb kurzer Zeit aus dem Phänomen App ein Wirtschaftszweig mit einem eigenständigem Ecosystem.
Apps werden über App Stores verkauft. Apples iTunes App Store war der erste seiner Art. Mittlerweile bieten nicht nur Telekommunikationsanbieter App Stores an: plattformübergreifende App Stores wie Getjar spielen eine große Rolle in der Distribution von Apps und bieten gleichzeitig White Label Versionen ihrer Stores sowie Schnittstellen (APIs) in die Stores an. Damit haben Website-Betreiber die Möglichkeit, mit vergleichsweise wenig Aufwand ihren Nutzern Apps in eigenen App Stores anzubieten.
Als Marktplätze sind App Stores die Dreh- und Angelpunkte für Anbieter und Nutzer von Apps, sowie für eine ganze Reihe angeschlossener Dienstleistungen rund um die Vermarktung und den Einsatz von Apps. Eine gute Übersicht mobiler App Stores eingeteilt in Betriebssysteme, Endgerätehersteller, Telekom-Provider und unabhängige Stores bietet Distimo:
Im Dezember 2010 stehen in iTunes App Store, Android Market, Nokia Ovi Store und Blackberry World insgesamt rund 500.000 Apps zum Download bereit. Während Nutzer des Android Market kostenlose Apps bevorzugen, sind Besitzer von iPhones, iPads, Nokia Smartphnes und Backberries eher bereit, für Apps zu bezahlen, wie die folgende Übersicht zeigt:
Neben dem Verkauf von Apps gibt es für Entwickler weitere Möglichkeiten der Monetarisierung. Mit sogenannten In-App Sales, also Umsätzen, die innerhalb der Nutzung einer App stattfinden, werden mittlerweile mehr Umsätze erzielt als mit den App Verkäufen selbst:
Auf Basis ihrer Erhebungen prognostizieren die Analysten bei Flurry , dass das Freemium Modell – das Verschenken einer App mit anschliessendem Upselling von Virtual Items bzw. angereicherter Funktionalität – die klassische Werbung als Haupterlösquelle ablöst. Wir bei AppAdvisors stehen dieser Einschätzung vorsichtig gegenüber und glauben vielmehr, dass es der Werbeindustrie bisher noch nicht gelungen ist, geeignete Ansätze zum Einsatz von Apps zu finden. Diese Einschätzung sehen wir unterstützt von Zahlen von Nielsen, die trotz bisher spärlich auftretender Quantität und Qualität von Werbeformaten in Apps eine hohe Akzeptanz für Werbung gerade in jüngeren Zielgruppen feststellen:
Die AppAdvisors Prognose eines zukünftig stärkeren Anteils der Werbung an den Umsatzerlösen in der App Economy sehen wir zudem bestätigt durch Gespräche, die wir mit Experten aus dem Medienumfeld und Investoren in der Mobilfunkindustrie auf der Appnation Conference geführt haben, sowie durch das im Dezember 2010 auch in Europa startende iAds Programm von Apple. Hier sind Werbetreibende gefragt, in Zusammenarbeit mit ihren Agenturen geeignete Kommunikationskonzepte für Apps zu finden.
Wir werden die einzelnen Geschäftsmodelle in der App Economy in weiteren Beiträgen beleuchten und mit Experten aus dem Markt diskutieren: Veranstaltungen wie die LeWeb in Paris, die Online Handel in Bonn und die M-Days in Frankfurt bieten dazu den geeigneten Rahmen.




